Milchpulver aus Riesensäcken

In der Lebensmittellogistik spielen Kosten, Gewicht und Hygiene eine große Rolle. Zunehmend kommen hier statt Kartons oder Boxen große strapazierbare Big Bags zur Anwendung. So hat die Milchindustrie zum Beispiel in großen Teilen auf die Verwendung der gigantischen Plastikbeutel umgestellt. Die Nachfrage für Milchpulver zum Beispiel ist gerade aus Asien sprunghaft gestiegen. Hier werden große Mengen geordert, die dann erst in den Ankunftsländern zu Endprodukten und in entsprechende Einzelverpackungen umgefüllt werden.

Um Milchpulver und ähnliche Lebensmittel in Big Bags zu füllen, müssen die Taschen höchsten Hygienevorschriften entsprechen. Bei der Herstellung müssen sie bereits staubfrei gehalten werden, außerdem dürfen keine Inhaltsstoffe aus dem Sack in die Befüllung gelangen. Sie müssen luftdicht sein und dürfen auch unter UV-Licht nicht schwach werden. Da Säcke für Lebensmittel meistens über 500 Kilogramm tragen müssen, werden sie aus einem besonders reißfesten Kunststoffmaterial hergestellt.

Säcke kommen aus dem Reinraum

Bei der Befüllung werden eigens konzipierte Anlagen eingesetzt. Diese stellen sicher, dass die Lebensmittel ohne Kontamination direkt in die Säcke eingefüllt werden können. Damit das Transportgut auch über weite Strecken erhalten bleibt, wird dem Sack der Sauerstoff entzogen. Dann wird Stickstoff eingefüllt, um den letzten Sauerstoff zu entfernen. Das bedeutet, dass die Säcke extrem luftdicht sein müssen, sich aber auch ausdehnen müssen. Ist der Sack befüllt, wird er automatisch von einer Maschine mehrfach verschweißt. Damit ist sichergestellt, dass die Lebensmittel im Sack keinen Kontakt zur Außenwelt mehr haben. Erst dann dürfen die Big Bags den sogenannten High-Care-Bereich verlassen und auf Holzpaletten zum Weitertransport gelagert werden.

Für die Verwendung und Produktion von Säcken für Lebensmittel gibt es verschiedene Vorschriften und internationale Standards. So verlangt die Richtlinie EU 10/2011, dass es eine klare Risikobewertung gibt. Die Säcke müssen in einem Reinraum produziert werden und die Kanten dürfen keine Fehler aufweisen. Außerdem müssen die Hersteller eine Konformitätserklärung abgeben. Mit dieser wird individuell erklärt, dass sich ein Sack für eine bestimmte Nutzung eignet, zum Beispiel Lebensmittel oder Grundstoffe für die Nahrungsmittelherstellung.